Digitale Banken: Welche Digitalisierungstrends bewegen die Finanzbranche 2018?

Immersive und interaktive Analyse von Finanzdaten mit Argumented Reality
Immersive und interaktive Analyse von Finanzdaten mit Argumented Reality (Blockchain-Dashboard)

Jedes Jahr (2015, 2016, 2017 und 2018) stelle ich Digitalisierungstrends vor, die der Finanzbranche ein gro├čes Potenzial bieten. Dabei geht es vor allem um einen ├ťberblick dar├╝ber, welche Trends und Technologien zuk├╝nftig eine gr├Â├čere Rolle spielen werden oder k├Ânnten.

Im Folgenden habe ich die f├╝nf Digitalisierungstrends identifiziert, die f├╝r Banken und Versicherungen in Zukunft besonders spannend sein d├╝rften:

1. Maschine Learning

Maschine Learning und Deep Learning werden im Investment Banking angewandt, um Unternehmensbewertungen schneller und zuverl├Ąssiger durchzuf├╝hren. Mehr Daten denn je k├Ânnen hinzugezogen werden. Eine Gewichtung der Daten erfolgt komplett autonom. Da manuelle Analyse weitgehend entf├Ąllt, werden Entscheidungsprozesse drastisch beschleunigt. Investoren, die mit konventionellen Werkzeugen arbeiten, haben das Nachsehen.

2. K├╝nstliche Intelligenz

Durch K├╝nstliche Intelligenz gesteuerte Chatbots vermitteln den Kunden eine menschlichen-├Ąhnliche Betreuung. Chatbots werden dar├╝ber hinaus in existierende Cloud-basierende Assistenten, wie Alexa oder Siri, eingebunden und sind in der Lage mittels Natural Language Processing, auch komplexere Anfragen zu verstehen. Recommender-Systeme liefern ma├čgeschneiderte L├Âsungen, die speziell auf die Bed├╝rfnisse der Kunden abgestimmt sind.

3. Internet of Things

Wearables und in Kleidung eingearbeitete Sensoren (Internet of Things, IoT) liefern ausreichend Daten, um den Lebensstil der Kunden vollst├Ąndig zu vermessen. Dadurch k├Ânnen individuelle Raten f├╝r Versicherungen und Finanzprodukte berechnet werden. Au├čerdem bieten die IoT-Daten eine weitere Datenquelle f├╝r die Recommender-Systeme.

4. Blockchain

Vertr├Ąge werden kosteng├╝nstig, f├Ąlschungssicher und irreversibel in der Blockchain gespeichert. Die Blockchain dienst sogenannten Smart Contracts als dezentrale Datenbank. Dar├╝ber hinaus liefern Blockchain-Implementierungen, wie Ethereum, das Ausf├╝hren von Logik, die beispielsweise monatliche Zahlungen pr├╝fen und ggf. auch die Erf├╝llung von Vertragsbestandteilen (z.B. im Schadenfall) steuern.

5. Argumented Reality

Arbeitspl├Ątze werden mit Technik ausgestattet, die Argumented Reality erm├Âglicht. L├Âsungen wie Microsoft’s Hololense erm├Âglichen Analysten und H├Ąndlern eine immersive und interaktive Analyse von Finanzdaten in Echtzeit. Insbesondere f├Ąllt dadurch auch die Zusammenarbeit mit Kollegen leichter, da Plattformen zur visuellen Kollaboration traditionelle Meetings weitgehend abl├Âsen.

Welcher ist der 6. Trend?

Helfen Sie den 6. Digitalisierungstrend zu benennen? Nehmen Sie hierzu an der Twitter-Umfrage teil. Selbstverst├Ąndlich freue ich mich auch ├╝ber Kommentare und eine spannende Diskussion.

Hyper Kickoff Event: 5th Frankfurt Analytics + Tableau User Group Meetup

Tableau Hyperfest: Hyper Kickoff Event at Tableau's Frankfurt office
Tableau Hyperfest: Hyper Kickoff Event at Tableau’s Frankfurt office

We’d like to invite you to the 5th Frankfurt Analytics + Tableau User Group Meetup.

Join us for the global launch of Tableau’s super fast data engine, Hyper! Hyper brings faster data refreshes and query performance to Tableau extracts, plus increased scalability in a platform-wide update.

This is your opportunity to get to know the Hyper dev team, hear from Tableau beta customers about their hands-on Hyper experience, and participate in live Q&A. Best of all, learn more about HyperÔÇÖs patent-pending technology as well as some of the other features headed your way in 10.5. (Viz in Tooltip, anyone?)

Tableau is hosting the Hyperfest meetup – come and celebrate with the community and the world on the upcoming release of Hyper. In addition to the Hyper presentation, we will also have food, drinks and Tableau swag, so don’t miss it!

-> Sign Up <-

Tableau Hyperfest meetup event page
Sign up for free at the Hyperfest meetup event page

Agenda

9:00pm: Doors Open

9:30pm: Presentations:

10:30pm: Drinks & Networking

11:00pm: Live Hyperfest Viewing Party

Midnight: Event Concludes

Livestream: Follow us on Twitter @FraAnalytics and check for the livestream and additional content!

Feedback and ideas: Let us know if you’d like to discuss a particular topic or if you want to become one of our future speakers – email┬áor twitter.

Digitale Banken: Die Chancen von Blockchain, K├╝nstlicher Intelligenz und Machine Learning

Commerzbank Tower
Commerzbank Tower: Zahlt sich f├╝r Banken die Kooperation mit Fintechs aus? (Foto: Flickr)

Die Zukunft im Finanzwesen bleibt vielversprechend und spannend. Haben uns k├╝rzlich noch Innovationen in der Erschlie├čung neuer M├Ąrkte und in der Verm├Âgensverwaltung besch├Ąftigt, so sind es heute mehr denn je die raffinierten datengetriebenen Technologien, die in den Vordergrund ger├╝ckt sind.

Anfang dieses Jahres startete Futura Analytics, ein Fintech, das enorme Datenmengen und maschinelle Lernmodelle nutzt, um Regeln zur Risikobewertung in Echtzeit umzuschreiben. Futura Analytics verwandelt Daten aus Twitter und anderen ├Âffentlichen Quellen in nutzbare Signale und identifiziert die relevantesten Informationen in Echtzeit f├╝r Kunden im Finanzsektor (Beispiel: Bitcoin/Sentiment-Analyse).

K├╝nstliche Intelligenz ist Teil der Zukunft

Banken und Fintechs nutzen die k├╝nstliche Intelligenz und die immer besser werdende Verarbeitung von nat├╝rlicher Sprache, um Kunden einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erm├Âglichen. Produktempfehlungen basierend auf Mustererkennung hilft die passende Dienstleistung anzubieten. Nat├╝rliche Sprache wird zu einer Vereinfachung von Zahlungsinteraktionen f├╝hren.

M2M-L├Âsungen rationalisieren Cloud-basierte Authentifizierung

Zwillingst├╝rme der Deutschen Bank
Deutsche Bank (Foto: Flickr)

Allerdings m├╝ssen Zahlungsinteraktionen direkt von Ger├Ąt zu Ger├Ąt immer noch Barrieren ├╝berwinden, wie z.B. das Gew├Ąhrleisten einer nahtlose Authentifizierung zwischen den Endger├Ąten. Bis solche M2M-L├Âsungen (Machine-to-Machine) mit nahtloser Authentifizierung hersteller├╝bergreifend verf├╝gbar ist, werden sich Ger├Ąte weiterhin ├╝ber Services in der Cloud authentifizieren, bevor Transaktionen ausgef├╝hrt werden.

Gamification schafft Anreize f├╝r mobile Bezahlung

Mobiles Bezahlen am Point-of-Sale haben sich noch immer nicht fl├Ąchendeckend durchgesetzt. Obwohl Unternehmen in Zahlungsterminals bereitstellen, fehlt es an Anreizen, um die Nutzer dazu zu ermutigen, mit ihren mobilen Ger├Ąten zu bezahlen. Banken haben schon damit begonnen die kostenlose Bargeldversorgung einzuschr├Ąnken. Fintechs k├Ânnen dem Handel mit Gamification helfen das mobile Zahlen f├╝r Kunden attraktiver machen.

Blockchain erm├Âglicht kosteng├╝nstige Transaktions├╝berpr├╝fung

Die Rolle der Blockchain-Technologie bei der Bereitstellung einer verteilten Transaktionshistorie weckt gro├čes Interesse im Zahlungs- und Handels├Âkosystem. Die Technologie macht Transaktionsgeb├╝hren, die Anbieter wie PayPal f├╝r das Sicherstellen von Transaktionen erhoben haben, hinf├Ąllig. Die Nutzung der Blockchain zur kosteng├╝nstigen ├ťberpr├╝fung von Transaktionen wird bei Banken oben auf der Agenda stehen.

Maschinelles Lernen verbessert die Zahlungssicherheit

Durch die Digitalisierung von Zahlungen muss die Zahlungssicherheit ├╝ber eine breite Palette an Endger├Ąten gew├Ąhrleistet werden. Ger├Ąte k├Ânnen ein erh├Âhtes Risiko gegen├╝ber fortgeschrittenen Angriffen aufweisen. Bei der Gestaltung von sicheren Zahlungsmethoden erkennt maschinelles Lernen das Verhalten und greift ein, wenn ein solches Verhalten auf ungew├Âhnliche Verhaltensweisen oder Transaktionsaktivit├Ąten hindeutet.

Digitale Banken: Welche Anforderungen bringt die Digitalisierung?

Skyline von Frankfurt am Main
Skyline von Frankfurt: Verpassen Banken den Sprung zur Digitalen Bank? (Foto: Flickr)

Retail-Banken stehen bereits in direktem Wettbewerb mit Nicht-Banken. Apple, Google und Paypal sto├čen l├Ąngst in das Privatkundengesch├Ąft der Banken vor, r├╝cken dabei die Kunden in den Mittelpunkt, l├Âsen Banking von klassischen Mustern und schaffen neue Interaktionsm├Âglichkeiten. Authentifizierung erfolgt per Fingerabdruck und Pulsmessung, der Datenabgleich per Nahfeldkommunikation (NFC) und die Buchung erscheint in Echtzeit auf dem Smartphone oder der Apple Watch.

Diese neuen Player kommen mit ihren disruptiven Innovationen zu einer Zeit, die ohnehin Banken weltweit vor massive Herausforderungen stellt: ein wohl noch lange anhaltendes niedriges Zinsniveau, hoher Kostendruck, zunehmende Regulierung und schwindendes Vertrauen der Kunden. Ethikkodizes zeigen hier bislang keine wirkliche Abhilfe. Stattdessen sollten Retail-Banken selbst den Schritt zur digitalen Bank machen ÔÇô und das besser fr├╝her als sp├Ąter, nicht unkoordiniert nach dem Gie├čkannenprinzip, sondern mit einer digitalen Strategie.

Das Beste aus zwei Welten

Digitale Banken k├Ânnen Vorteile aus zwei Welten vereinen: einerseits einen klaren Kundenfokus, die Optimierung des Filialnetzes und Transparenz┬á in der Au├čendarstellung, andererseits die Integration der Vertriebskan├Ąle und ein effizientes und effektives Gesch├Ąftsmodell in der Innenbetrachtung ÔÇô beides erm├Âglicht durch die Digitalisierung und den dazugeh├Ârigen Technologien, Prozessen und Organisationsstrukturen. Die damit einhergehenden Aufgaben werden allerdings nur jene Banken erfolgreich meistern, deren Management einen weitreichenden kulturellen und strategischen Wandel einleitet und auch Digital Natives bei der Entwicklung und Umsetzung intensiv mit einbezieht.

Es handelt sich dabei um einen Irrtum, dass der Digitalisierung mit der Entwicklung von Apps Gen├╝ge getan w├Ąre. Sicher ist es w├╝nschenswert, dass Kunden ihren Sparplan per Schieberegler auf verschiedene Fonds aufteilen k├Ânnen oder in Echtzeit per Push Notification ├╝ber Zahlungseing├Ąnge, Orderausf├╝hrungen und Kreditkartenbelastungen informiert werden. Doch dies allein wird nicht f├╝r den Ausbau des Gesch├Ąfts reichen. Vielmehr m├╝ssen sich auch die darunter liegende Gesch├Ąftsmodelle ├Ąndern. In der digitalen Welt gelten Modelle mit Sockel- oder Grundgeb├╝hren als ├╝berholt. Schlie├člich fallen bei Ordererteilung via Smartphone keinerlei manuelle und somit kostenintensive T├Ątigkeiten an.

Neubau der Europ├Ąischen Zentralbank (EZB)
Neubau der Europ├Ąischen Zentralbank (Foto: Flickr)

Das Multi-Channel-Erlebnis und Crowd Investment

Um das Gesch├Ąftsmodell konsequent an den Kunden auszurichten, ist neben dem Erweitern bestehender Dienstleistungen auch eine nahtlose Integration der Vertriebskan├Ąle erforderlich. Die Bankfilialen k├Ânnen mit l├Ąngeren ├ľffnungszeiten punkten. In urbanen Zentren bietet sich zudem die Einrichtung von Flagship Stores an. Bei der Beratung stehen die Kunden im Fokus, und nicht die vorgegebenen Vertriebsziele. Unterst├╝tzt werden die Kundenberater dabei mit analytischen Tools, die in Echtzeit die Finanzsituation des Kunden voraussagt und zum Beispiel verschiedene Varianten der Baufinanzierung oder das Fremdw├Ąhrungsrisiko bestimmter Investmentoptionen auf einem Tablet grafisch aufzeigt.

Informationen, die die Kunden preisgeben, werden in einem Customer Relationship System (CRM) gespeichert, und zwar vom Vertriebskanal unabh├Ąngig. Auf der anderen Seite bekommen Kunden auf den Online-Portalen stets ma├čgeschneiderte Empfehlungen. Eine Chatfunktion erm├Âglicht die pers├Ânliche Beratung auch jenseits der ├ľffnungszeiten. Das kommt insbesondere der attraktiven Zielgruppe der hochverm├Âgende Personen, sogenannte High Net Worth Individuals (HNWI), entgegen, da dieser Personenkreis sehr informationsaffin ist und sich nicht selten erst sp├Ąt abends oder sonntags neuen Investitionsm├Âglichkeiten widmet.

Eine entsprechende Community bietet ein Forum f├╝r den Austausch der Kunden unter einander. Werden in einem solchen Forum Aktien, Fonds oder Basisprodukte genannt, so werden diese automatisch zu den entsprechenden Angeboten der Bank verlinkt. Einen Schritt weiter geht der Ansatz des Crowd Investments, bei dem sich Kunden den Entscheidungen anderer Anleger anschlie├čen und so beispielsweise Umschichtungen im Depot automatisiert vollzogen werden. Zus├Ątzliche Motivation k├Ânnte hierbei durch Gamification in Form von Rankings und Awards geschaffen werden, wie es heute schon bei Fitness-Plattformen ├╝blich ist.

Die Zukunft nicht verpassen

Heute stehen einem solchen Kundenerlebnis h├Ąufig IT-Systeme gegen├╝ber, die Daten in abgeschotteten Silos halten und die direkte Verkn├╝pfung, Aggregation und Auswertung somit erschweren. Diese H├╝rden gilt es zu beseitigen, um die Grundlagen der Digitalisierung zu legen. Verpassen die Banken den Sprung zur Digitalen Bank, werden andere Marktteilnehmer diese L├╝cken f├╝llen. Die zur├╝ckbleibenden Banken m├╝ssen sich auf eine Abwanderung von Kunden und sinkende Ertr├Ąge einstellen. Wie schnell das gehen haben, haben schon andere Branchen leidvoll erfahren m├╝ssen. Vor nicht allzu langer Zeit wurden noch Milliarden mit Nokia-Telefonen und dem Versenden von Kurzmitteilungen (SMS) umgesetzt. Beides fand ein sehr schnelles Ende…

Was meinen Sie? Sehen Sie Ihre Bank den Anforderungen der Digitalisierung gewachsen? Ich freue mich darauf, mit Ihnen zu diskutieren.

Beitrag zuerst ver├Âffentlicht am 27.03.2015 im Capgemini IT-Trends-Blog.