Mein letzter Arbeitstag

Ein halbes Jahr ist vor├╝ber! Und es verging wie im Flug

Heute war der letzte Tag meines Praktikums. Mit einem Schokoladenkuchen habe ich mich am Nachmittag bei meinem Team f├╝r die tolle Unterst├╝tzung und die hervorragende Zusammenarbeit bedankt.

Meine Kollegen, die Firma und Indien werde ich ganz bestimmt vermissen, wenn ich wieder zur├╝ck in Deutschland bin. Im M├Ąrz beginnt in Karlsruhe dann mein vorletztes Semester. Mal schauen wo ich die Diplomarbeit schreiben werde… ­čśÇ

It’s better in Goa

Am Samstag war in Indien Tag der Republik. An diesem Nationalfeiertag war auch am Flughafen Bombenstimmung. Selbst f├╝r unseren Inlandsflug nach Goa wurde unser Gep├Ąck ausgiebig durchw├╝hlt. Das alles tat unserer Laune keinen Abbruch. 15 Minuten fr├╝her als vorgesehen startetet unsere Boing 747-800 der Fluggesellschaft Spice Jet.

Eine Stunde sp├Ąter um 14:20 landeten wir in Goa. Von dort aus brachte uns ein Taxi an den Palolem Beach. Nach dem wir in drei Strandh├╝tten (je 300 Rupien pro Nacht) eingecheckt hatten, ging es ab ins Meer. Der Sand war fein. Es gab nur leichten Wellengang. Zwei von den Strandh├╝tten waren sogar mit flie├čend Wasser ausgestattet. Moskitonetze gab es hingegen serienm├Ą├čig.

Sonntags fr├╝hst├╝ckten wir ausf├╝hrlich am Strand. Frisch gepresste S├Ąfte (20 Rupien) und Lassi in verschiedenen Variationen gab es zu Gen├╝ge. Gegen Nachmittag liehen wir uns Kajaks mit denen wir dann auf eine vorgelagerte Insel paddelten. Von dort aus bot sich uns ein absolut genialer Sonnenuntergang.

Den Montag verbrachten wir mit Beachvolleyball spielen, in der Sonne liegen, im Meer schwimmen und in den zahlreichen Strandrestaurants verweilen. Die Atmosph├Ąre in Goa ist einzigartig relaxt. Mich wundert es nicht mehr, dass es manche Hippies hier ├╝ber Jahrzehnte hinweg hin verschl├Ągt.

Fr├╝her los ging es am Dienstag. Ein Boot brachte uns raus auf das Meer um Delphine zu besichtigen. F├╝r eine Stunde lie├čen wir uns an dem schwer zug├Ąnglichen Butterfly Beach (zu sehen im Video) absetzen, der durch seine Unber├╝hrtheit sehr idyllisch wirkt. Dann ging es zur├╝ck zu unserem Strand und nach dem Mittagessen wieder zum Flughafen. Von oben konnte man den Smog ├╝ber Bangelore erkennen. Um 16:50 ladete dort unser Airbus A320 von Air Deccan.

Folgen der Globalisierung

Im Dienstleistungssektor ├╝bernimmt Indien im Zuge der Globalisierung der Weltwirtschaft zunehmend Aufgaben eines ÔÇ×back officeÔÇť f├╝r ausl├Ąndische Unternehmen, die Verwaltungsarbeiten und Call-Center nach Indien auslagern. Die ├Âkonomische Bedeutung speziell von Bangalore beruht jedoch in erster Linie auf der vorherrschenden Funktion als Produktionsstandort im Billiglohnsegment. Produziert wird haupts├Ąchlich Software, und das zu einem Bruchteil der Kosten, die in Deutschland anfallen w├╝rden.

Ebenso auff├Ąllig wie die vielf├Ąltigen und tiefen kulturellen Gegens├Ątze zu Europa sind die wachsenden kulturellen Gemeinsamkeiten durch die Globalisierung, die gerade in Bangalore allgegenw├Ąrtig sind. Die in den letzten Dekaden entstandene breite Mittelschicht adaptiert vielfach einen westlichen, individualisierten und konsumorientierten Lebensstil. Immer mehr Menschen verf├╝gen ├╝ber ein hohes Bildungsniveau und intensive Kontakte in die Europ├Ąische Union und in die Vereinigten Staaten.

In Indien wurde mir bewusst, dass die Globalisierung vielfach gerade den Armen und den sozial Schw├Ącheren die Existenz sogar noch weiter erschwert. Tats├Ąchlich profitiert gegenw├Ąrtig nur ein kleiner Bev├Âlkerungsanteil von der Globalisierung und deren Auswirkungen, w├Ąhrend etwa 350 Mio. Menschen weder lesen noch schreiben k├Ânnen und weniger als einen US-Dollar am Tag zur Verf├╝gung haben.

Dass sich durch die Globalisierung die Schere zwischen arm und reich weiter ├Âffnet, gilt jedoch nicht nur f├╝r das Entwicklungsland Indien, sondern ins besondere auch f├╝r die postindustrielle Gesellschaft Deutschlands.

Venkatappa Art Gallery

Seit einigen Wochen ist das Wetter absolut genial. So hatten wir auch dieses Wochenende wieder strahlend blauen Himmel und 30 ┬░C bei moderater Luftfeuchtigkeit.

Am Rande des Lal Bagh Botanical Garden passierten wir gestern die Venkatappa Art Gallery, besichtigten anschlie├čend das Aquarium und drehten eine Runde mit dem Toy Train im Amusement Park.

Der heutige Tag, mein letzter in diesem Lebensjahr, diente einzig der Entspannung. Zum Essen waren wir im Goethe-Institut. Dort gibt es jeden Sonntag ein deutsches Buffet. Schlie├člich muss ich mich so langsam wieder an die heimische K├╝che gew├Âhnen. ­čśë