Agra

Mit knapp zwei Stunden Verspätung hob unser Flugzeug am Freitag um etwa 21:00 in Bangalore ab. Nach zweieinhalb Stunden Flug gen Norden landete unser Airbus A320 der Fluggesellschaft Indigo in Delhi. Vom Flughafen aus ließen Mareike und ich uns von einem Taxi zum Bahnhof bringen, um von dort aus die Weiterreise nach Agra zu organisieren. Ein Zug wäre erst um 5:00 morgens gefahren, ein Bus um 1:00 war bereits voll, so entschieden wir für zwei Tage ein Taxi zumieten.

Pünktlich um 6:00 standen wir auf einem Parkplatz in Agra, einer 1,3-Millionen-Stadt im Bundesstaat Uttar Pradesh. Von dort aus mussten wir laufen, da der weitere Weg für motorgetriebene Fahrzeuge gesperrt war. Das galt übrigens auch für den Luftraum, dort wurde Flugverbot erlassen.

Wir passierten patroullierende Soldaten und schließlich den Ticketschalter: “Indian citizen: 20 Rs, Foreigners: 750Rs”. Da wir doch nicht ganz indisch aussehen, lösten wir die teureren Tickets zu umgerechnet je knapp 15€.

Nachdem wir die flughafenähnlichen Sicherheitskontrollen passiert hatten, war in etwa 200 Metern Entfernung ein riesiges Tor zu sehen. Schaute man hindurch, konnte man es bereits erkennen – da stand es nun – errichtet auf einer 100m×100m großen Marmorplattform: das Taj Mahal.

Das Taj Mahal hat all meine Erwartungen weit übertroffen. Das 58 Meter hohe Mausoleum wirkte auf mich fast unecht, eher wie eine Filmkulisse, wie gemalt. Aber es war echt – gebaut aus weißem Marmor mit eingelassenen Edelsteinen und Halbedelsteinen. In der Sonne strahlte das Taj Mahal prächtig. Es spiegelte sich in dem länglichen Wasserbecken, das sich im Zentrum des 18 Hektar großen Gartens befindet. Der Bau des Taj Mahal wurde kurz nach dem Tod Mumtaz Mahals, der Lieblingsfrau von Großmogul Shah Jahan, im Jahr 1631 begonnen und bis 1648 fertig gestellt. Beteiligt waren über 20.000 Handwerker und 1.000 Elefanten. Heute zählt das Taj Mahal zu den sieben Weltwundern und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Menschheit.

Schwer viel es mir das wunderschöne Taj Mahal wieder zu verlassen. Aber wir mussten weiter, denn es gab noch vieles zu sehen in Arga. Zweieinhalb Kilometer entfernt erreichten wir das Rote Fort (zu sehen im Video), ein Festungs- und Residenzbau aus der Epoche der Mogulkaiser. Wie das Taj Mahal gehört auch das Rote Fort dem UNESCO-Weltkulturerbe an.

Der Bau des Forts begann 1565 unter Akbar dem Großen und reichte bis ins 17. Jahrhundert hinein. Die gesamte Anlage ist von einer 21 Meter hohen Mauer umgeben, deren Umfang 2,4 Kilometer beträgt und ist wie die Mehrzahl der umschlossenen Gebäude, in rotem Sandstein ausgeführt. Im Innern befinden sich repräsentative Paläste, einige Moscheen und Gärten.

Nach dem Mittagessen besichtigten wir das 10 Kilometer nördlich von Agra gelegene Sikandra. Dort befindet sich das Grabmal des Kaisers Akbar mitten in einem groß angelegten Garten.

Wir schlenderten über einen großen Bazar, bevor wir zur Jama Masjid kamen. Die große Moschee wurde 1648 für Prinzessin Jahanara Begum, während der Regentschaft ihres Vaters Shah Jahan, gebaut. Auffällig sind die außergewöhnliche Kuppel und die Abwesenheit von Minaretten.

Gegen 18:00 wurde es dann dunkel und wir verließen Agra auf dem National Highway 2 in Richtung Delhi. In Mathura legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein. Dort konnten wir einen Blick auf den Krishna-Janma- Bhoomi-Tempel werfen. Dieser steht auf dem Geburtsplatz der Gottheit Krishna und wird zu Ehren dessen Geburtstags beleuchtet. Um 22:00 erreichten wir Delhi.

  • Anna

    Deine Berichte sind ja alle super, aber der hier ist wirklich TOP! 🙂
    Das Taj Mahl sieht ja schon wahnsinnig beeindruckend aus!

  • Christian

    Sieht schon super aus das Taj Mahal!
    In Deutschland gibt es ja leider keine Weltwunder…

  • Michael

    …und auch keine 1000 Elefanten, die es bauen könnten… 😆

  • … also Alex, bring uns 1000 Elefanten mit (und natuerlich ne Kuh :mrgreen: ) …