Gesundheitsrisiko Fehldiagnose: Ein Protokoll

Fehldiagnose und vorschnelle Entlassung aus dem Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim
Grob fahrlässig: Fehldiagnose und vorschnelle Entlassung aus dem Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim
Gestern, am Freitagabend, hatte ich eine Blinddarm-OP, eigentlich ein Routineeingriff. Mein Weg dort hin zeigt mir allerdings, dass der Umgang mit Patienten erschreckend fahrlässig ausfallen kann. Mein Risiko der Letalität (Sterblichkeit) für diesen Eingriff stieg dadurch von 0,1% auf 10%.

Meine Bauchschmerzen beginnen am Mittwoch gegen 19 Uhr. Kann ja mal vorkommen, geht bestimmt wieder weg. Gegen Mitternacht werden die Schmerzen unerträglich. Das sind keine gewöhnlichen Schmerzen mehr. Werde ich das noch bis morgen aushalten?

Ich kann vor Schmerzen kaum noch aufstehen und wähle die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117: „Ich habe keinerlei Diagnosemöglichkeiten, habe nur einen Rezeptblock bei mir. Fahren Sie zur Nachtapotheke, die haben alles was Sie brauchen.“

Mit diesen Schmerzen? Schwer vorstellbar. Ich rufe die Hotline meiner Krankenkasse an, bekomme den Rat einen Notruf über die 112 abzusetzen. Gesagt, getan. Keine zehn Minuten später, etwa um 00:30, holen mich zwei sehr engagierte Rettungssanitäter mit einem Rettungswagen ab.

Die Kapazitätsabfrage ergibt, dass die Notaufnahme in Bad Nauheim noch Platz hat. Während der Fahrt, ermitteln die Sanitäter meine Vitalwerte: Ruhepuls 50, sehr gut. Im Krankenhaus angekommen erfolgen weitere Untersuchungen: Ultraschall, Blutbild, Röntgen.

Auf dem Weg zum Röntgen muss ich erbrechen. Intravenös bekomme ich Schmerzmittel und etwas gegen Übelkeit verabreicht. Außer einer Erhöhung des CRP-Werts (Indikator für Entzündungen), kann der Arzt weiter nichts feststellen: „Das ist vermutlich eine Kolik. Bleiben Sie zwei Tage im Bett. Das geht wieder weg. Ich entlasse Sie jetzt. Sie können nach Hause.“

Es ist 3 Uhr nachts, Donnerstag. Ich habe immer noch Schmerzen und soll nach Hause? Eine weitere Rückfrage beim Arzt ergibt: „Ich kann Sie wegen sowas nicht stationär aufnehmen. Rufen Sie sich ein Taxi!“ Die Krankenpflegerin ruft mir eine Nummer zu. Prompt bin ich wieder zuhause.

Das Schmerzmittel wirkt, ich kann schlafen. Den Tag über nehme ich die Tabletten, die mir die Pflegerin mitgegeben hatte. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag verlief ok. Freitag früh ist der Schmerz stechender. Vielleicht brauche ich mehr von diesen Tabletten? Ich gehe zum Hausarzt.

Dort angekommen, legt man mich sofort in das Therapiezimmer. Sieht man mir so sehr an, dass es mir nicht gut geht? Der Arzt stellt durch Tasten eine Abwehrhaltung fest. Grund genug mich wieder in ein Krankenhaus einzuweisen: „Sie kommen nun in ein anderes Krankenhaus. Die Notaufnahme in Bad Homburg erwartet Sie!“

In Bad Homburg stellt die Oberärztin per Ultraschall fest, dass mein Blinddarm entzündet und bereits geplatzt ist. Durch den Austritt in die freie Bauchhöhle erhöht sich das Risiko drastisch. Die Ärztin merkt an, ich hätte früher ins Krankenhaus kommen sollen, um eine solche Komplikation zu vermeiden. Eine Operation sei nun dringend erforderlich.

Noch während dem Aufklärungsgespräch, bekomme ich vorbereitende Infusionen. Eigentlich hätte ich vor der Operation nichts essen und trinken dürfen. Darauf kann man nun keine Rücksicht nehmen. Anschließend werde ich in den OP-Bereich eingeschleust. Ich bekomme ein Narkosemittel verabreicht, in wenigen Sekunden bin ich weg.

Nach erfolgreicher Operation in der Hochtaunus-Klinik Bad Homburg
Nach erfolgreicher Operation in der Hochtaunus-Klinik Bad Homburg
Offensichtlich ist alles gut gelaufen. Ich erwache im Aufwachraum. Am Abend komme ich auf die Station. Die Nacht über wird mir das Schmerzmittel Piritramid im Drei-Stunden-Intervall verabreicht, immer mal wieder auch Antibiotika, damit die entzündete Bauchhöhle ausheilt.

Heute, am Samstag, geht es mir schon etwas besser – zumindest wenn ich mich nicht bewege. Aufsetzen ist trotz regelmäßig verabreichtem Piritramid schmerzhaft. Das liegt auch an den beiden Drainagen, die ich noch ein paar Tage im Bauch haben werde. Immerhin kann ich mit diesem Medikament gut schreiben und mit Euch meine Erfahrungen zum Risiko Fehldiagnose teilen.

Rauchen wird zunehmend uncool

SPSS 16.0
Zum Schutz der Nichtraucher gilt seit einigen Monaten ein weitreichendes Rauchverbot. Heute vor zwei Monaten starteten wir eine Meinungsumfrage. Wir fragten knapp 7.000 Personen, Raucher sowie Nichtraucher, nach ihren persönlichen Konsequenzen aus dem Rauchverbot.

Während der Umfrage wurde mehrfach der Wunsch nach Veröffentlichung der Ergebnisse geäußert. Nach ausführlicher Analyse der Daten mit Hilfe der Statistik-Software SPSS, haben wir nun für euch ein paar anschauliche Diagramme aufbereitet und in eine Präsentation gepackt.

Diese möchten wir euch nun nicht länger vorenthalten!

Rauchen war gestern?

Zigarette (Quelle: Wikipedia)Ein Projekt kommt selten allein. So gesellt sich zum noch andauernden SEO Contest eine eher klassische Aufgabe: Meinungsforschung.

In Baden-Württemberg gilt seit dem 1. August 2007 ein weitreichendes Rauchverbot, um die Nichtraucher besser vor den Folgen des Passivrauchens zu schützen. Wir möchten nun wissen wie sich euer Leben seitdem verändert hat!

Die hierfür notwendige Datenerhebung findet ausschließlich internetbasiert statt. Wir erhoffen uns dadurch eine hohe Teilnehmerzahl, damit das Ergebnis repräsentativ ist. Unsere Umfrage richtet sich sowohl an Nichtraucher als auch an Raucher.

Versicherung und Finanzen

Unbedingt erforderlich für einen längeren Aufenthalt in Indien ist eine Auslandsreisekrankenversicherung. Die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland decken in der Regel nur Urlaubsaufenthalte bis zu 30 Tagen ab. Die Kosten für den Versicherungsschutz belaufen sich auf etwa 30 Euro im Monat.

Dafür werden im Bedarfsfall die ärztliche Leistungen, Krankenhausleistungen, Medikamente, Krankenrücktransport und Überführungskosten im Todesfall übernommen. Glücklicherweise musste ich noch keine dieser Leistungen in Anspruch nehmen. Bei der letztgenannten könnte sich zudem das Verfassen dieses Berichts als schwierig gestalten. 😉

Bevor die erste Vergütung auf dem indischen Bankkonto zur Verfügung steht, ist man auf Finanzreserven aus Deutschland angewiesen. Diese lassen sich bequem am Geldautomat sowohl mit gängigen Kreditkarten (Visa, Master, Amex), als auch mit Debitkarte (Maestro) anzapfen.

Impfungen

Etwa ein halbes Jahr vor der Abreise sollte man mit den notwendigen Impfungen beginnen. Essentiell sind Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Typhus, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung) und Tetanus (Wundstarrkrampf). Gegen die drei letztgenannten Infektionskrankheiten sollte man ohnehin auch in Deutschland geimpft sein (Grund-DPT-Impfung).

Empfehlenswert, besonders bei längerem Aufenthalt, sind zudem Impfungen gegen Cholera und Tollwut. Auch wenn das Risiko gering erscheinen mag von einem herumstreunenden Hund gebissen zu werden, bin ich es dennoch nicht eingegangen. Auch die Möglichkeit sich innerhalb von vier Stunden (solange benötigt das Virus um zum Gehirn zugelangen) nach einem Biss nachträglich impfen zulassen, überstieg meine Risikofreudigkeit.

Tollwutvirus (Quelle: CDC)Tollwut gilt zwar in Deutschland als ausgerottet, ist aber in Indien sehr weit verbreitet, ist nicht heilbar und führt nach nur kurzer Zeit zum Tod. Um gegen die Virusinfektion geschützt zu sein, sind 150 Euro für drei Ampullen des Impfstoffes zu investieren. Nach der zweiten und nach der dritten Verabreichung hatte ich für je zwei Tage starke Kopf- und Gliederschmerzen. Aber auch das war mir der Impfschutz wert!