
Um Weihnachtsgeschenke einzukaufen waren wir gestern auf der Brigade Road unterwegs. Auf der gut besuchten Einkaufsstraße findet man so ziemlich alles was das Herz begehrt. Es gibt zahlreiche kleine Läden, einige Boutiquen, Outlets und größere Shopping-Malls.
Gegessen haben wir danach im nahe gelegenen Olive Beach. Das Restaurant bietet eine große Vielfalt an indischen Speisen bei stilvollem Ambiente.
Als ich heute Morgen – wie üblich – um 6:30 aufgestanden bin, war ich überrascht: es war kalt! Und das in Iniden.
Ein Blick aus dem Fenster offenbarte nichts Gutes. Schmuddeliges Wetter, eine graue Wolkendecke, leichter Regen, 18°C. Solche Wetterverhältnisse bin ich nicht mehr gewohnt. Notgedrungen habe ich meine Weste aus dem Schrank gesucht.
Die Tageszeitung ‘The Hindu’ bestätigte mein Empfinden:
The Meteorological Centre has issued a ‘cold wave warning’. The low temperatures in Bangalore are a testing time for those without shelter.
- The Hindu
Indien ist ein Land voller Gegensätze. Am deutlichsten sieht man dies in der 5-Millionen-Metropole Bangalore. Nirgendwo sonst in Indien sind die Gegensätze zwischen Armut und Reichtum, zwischen Glamour und Elend, zwischen Spitzenbildung und Analphabetismus so groß wie hier.
Auf den Straßen begegne ich oft Bettlern, was mir sehr zu denken gibt. Viele Menschen in Indien benötigen Hilfe. Die Lebenshaltungskosten sind jedoch sehr gering. Eine Tasse Tee bekommt man in Bangalore für 2,50 Rupien (knapp 5 Cent), eine einfache Mahlzeit kostet etwa 10 Rupien und ein Haarschnitt beim Friseur 20 Rupien. So ist eine Spende von wenigen Rupien durchaus angemessen.
Die IT-Unternehmen bemerken von all der Armut wenig. Sie verfügen über eine eigene vom öffentlichen Netz unabhängige Stromversorgung, firmeneigene Fitness-Center, Restaurants und Betriebsärzte. In Bangalore leben ‘Erste Welt’ und ‘Dritte Welt’ in Sichtweite nebeneinander. Ich bin mir sicher, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird!