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Vier Wochen Indien

Heute vor vier Wochen bin ich in Indien angekommen. Schon vier Wochen?! 😯

Zeit fĂŒr ein erstes ResumĂ©!

Kultur
Die Zeit scheint hier wirklich wie im Flug zu vergehen. Das mag wohl daran liegen, dass vieles so sehr anders ist, als man es von zuhause gewohnt ist. Kein Tag vergeht an dem man nicht etwas Neues kennen lernt, und sind es auch nur Kleinigkeiten. Dazu genĂŒgt ein aufmerksamer Blick aus dem Shuttlebus, der mich morgens zur Arbeit bringt.

Dass mich in Indien ein Kulturschock erwarten wird, war mir bereits vor meiner Abreise bewußt. Besonders am Anfang hat man sich stetig anzupassen, man lernt dazu und wird gegenĂŒber der anderen Kultur sensibilisiert. So macht man beispielsweise die Erfahrung, dass KopfschĂŒtteln in Indien ‘ja’ bedeutet, im Gegensatz zur entsprechenden westlichen Interpretation.

Arbeit
Neben den kulturellen Erkenntnissen, gilt es natĂŒrlich auch fĂŒr das Studium relevante Erfahrungen zusammeln. Dies gelingt bei der Arbeit sehr gut. Meine Aufgabe ist verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig anspruchsvoll und bietet viel Spielraum bei der Ausarbeitung. Als Programmiersprachen kommen dafĂŒr Java, sowie ABAP zum Einsatz. Inhaltlich darf ich auf meine Aufgabe jedoch nicht nĂ€her eingehen.

Die Kollegen sind sehr freundlich und engagiert. Insgesamt kann man wirklich von einer sehr angenehmen ArbeitsatmosphÀre sprechen.

Freizeit
Die Metropole Bangalore bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Einkaufen und Ausgehen. Nimmt man sich ein Wochenende Zeit, so kann man auch z.B. nach Mangalore ans Meer fahren. Zum Entspannen lÀsst es sich aber auch gut im GÀstehaus aushalten. Dank Pool, Internet und ausreichend Lesematerial wird es dort auch nicht langweilig.

So, das sei nun in aller KĂŒrze zu meinen ersten vier Wochen in Indien gesagt. Nun schaue ich gespannt auf das was mich hier noch alles in Zukunft erwarten wird!

SelbstverstÀndlich halte ich euch auch weiterhin up-to-date

Sei du selbst die VerĂ€nderung, die du dir wĂŒnschst fĂŒr diese Welt.

– Mahatma Gandhi

Endlich wieder gesund

Fast eine Woche hat es sich hingezogen bis ich den Krankheitserreger endlich wieder los wurde.

Zum FrĂŒhstĂŒck gab es vergangene Woche nur trockene Cornflakes. Im GĂ€stehaus hat man mir gekochten, fein geriebenen Reis zubereitet. Geschmeckt hat dieser Brei nicht sonderlich, war aber leicht verdaulich. Dazu wurden mir nach jeder Mahlzeit noch zwei Bananen serviert.

Das Wetter war ĂŒber das Wochenende schön, meist schien die Sonne bei blauem Himmel. So konnte ich dann gemĂŒtlich auf dem Balkon wieder gesund werden.

Nun kann ich also wieder losziehen und Indien unsicher machen… 😀

Where are you from?

German flag in BerlinWas denken die Inder eigentlich ĂŒber Deutschland?

In GesprĂ€chen mit Indern kam es bisher hĂ€ufig vor, dass ich nach meiner Herkunft gefragt wurde. Nicht selten folgten daraufhin weitere Fragen: “Wie groß ist eigentlich Deutschland? Wie viele Menschen leben dort? Wie groß sind eure StĂ€dte?”

Fast unglĂ€ubig wirkten die Gesichter, wenn ich daraufhin antwortete, dass in Indien fast 14mal mehr Menschen als in Deutschland leben und fast doppelt soviel als in ganz Europa. Auch, dass die FlĂ€che der Bundesrepublik etwa ein Achtel Indiens entspricht und unsere grĂ¶ĂŸte Stadt ‘nur’ 4 Mio. Einwohner hat, lĂ€sst die Zuhörer stutzen. Darauf folgt meist: “Aber ist Deutschland nicht eine große Wirtschaftsmacht?”

Eine solche ‘Wirtschaftsmacht’ hĂ€tten die Inder also wohl nicht mit einem bevölkerungs- und flĂ€chenmĂ€ĂŸig so kleinen Land assoziiert. Was man mit den Deutschen noch verbindet, sind Tugenden wie PĂŒnktlichkeit, Ordnung und PrĂ€zision. Die deutsche Automobilindustrie ist auch ein Begriff; die einzelnen Fahrzeughersteller sind aber mangels MarktprĂ€senz unbekannt.

Auch bekannt ist, dass es sich bei uns Christen wohl um ‘Allesfresser’ handelt, denen weder das Rind heilig ist, noch das Schwein als schmutzig gilt. DafĂŒr haben wir aber auch nur ein Leben und werden nicht wiedergeboren.

Auf die Frage, ob es in Deutschland auch Probleme gibt, fĂ€llt es mir nicht leicht zu antworten. Wirken doch die Sorgen einer Industrienation verglichen mit denen eines Entwicklungslandes geradezu lĂ€cherlich. Herrschen in Indien Korruption, Armut, UnterernĂ€hrung und Analphabetismus, sind in Deutschland FachkrĂ€ftemangel, Überalterung der Bevölkerung, sowie der Ausstieg aus der Kernenergie schon fast Probleme de luxe.

Escherichia coli

(Quelle: Wikipedia)FrĂŒher oder spĂ€ter musste es ja passieren…

In der vierten Woche meines Indienaufenhalts hat es mich nun erwischt! Offensichtlich habe ich etwas falsches gegessen und mir einen Erreger (Eschericha coli), der weniger freundlichen Art, eingefangen. Als Resultat plagen mich nun Beschwerden im Verdauungstrakt, die sich durch periodisch wiederkehrende Bauchschmerzen Ă€ußern.

Von dem Vorschlag des Betriebsarztes den unliebsamen Darmbewohnern mittels Antibiotika den Garaus zumachen, möchte ich vorerst absehen. Stattdessen versuche ich mit viel Tee und heißem Wasser wieder fĂŒr Ordnung zu sorgen.

Zur Arbeit gehe ich dennoch wie gewohnt. An dem fĂŒr das Wochenende geplanten Ausflug nach PondichĂ©ry bei Madras werde ich allerdings nicht teilnehmen. Schließlich bin ich noch lange genug im Land, um das nachzuholen.

Jetzt heißt es erstmal: wieder gesund werden!